Baubericht MB1838 Trial 

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Getrieben durch das Reglement fürs Trialfahren habe ich mich schon etwas länger mit dem Gedanken getragen, ein Fahrzeug im Maßstab 1:14 zu bauen. Mit dem Blue Breaker im Maßstab 1:12 waren die Chancen bei einem Feld von 1:16 bis 1:12 nicht so ganz groß.

Zuerst einmal hatte ich im Sommer ein Tamiya-Getriebe für einen Allrad-Antrieb umgebaut. Es nimmt zwar sehr viel Platz weg, aber ist halt sehr günstig gewesen, weil ich es einmal in Einzelteilen erstanden hatte.

Dann ersteigerte ich irgendwann einmal eine MB1838-Kabine und so entstand die Idee für den MB1838 einen geländetauglichen "Bruder" zu entwickeln. Vielleicht kann man damit sogar einmal den Tieflader im leichten Gelände ziehen.

Die Bereifung habe ich so gewählt, dass ich wahlweise Robbe-Panther- oder Conrad-Reifen fahren kann. Die Radmitnehmer sind daher austauschbar. Um nicht mit den obligatorischen Pantherfelgen oder gar Pajerofelgen zu fahren, habe ich mir Tamiya-Truckfelgen besorgt und so umgebaut, dass die Pantherbereifung, die etwas breiter ist, jetzt auf die Felgen passt.

Alternativ gibt's halt die Conradreifen wie gewohnt.

Als Hinterachse habe ich eine von den Achsen genommen, die im KAT1 aufgegeben hatten. Für dieses kleine Fahrzeug reicht's auch so. Also in gewissem Maße - Reste-Verwertung.

 

Bei den Vorderfelgen hatte ich das gleiche Problem, wie bei der Hinterachse. Die Reifen waren einfach breiter als die Felgen. Also habe ich ein Inlay gedreht, das den fehlenden Bereich ersetzte.

 

Bei den Stoßdämpfern wollte ich die Dimensionierung möglichst gering halten. Als gedankliche Basis habe ich die von Hafner umgebauten Tamiya-Stoßdämpfer genommen. Allerdings habe ich diese Stoßdämpfer komplett selbst gebaut.

Die gesamte Vorderachse sieht dann so aus. Die Lenkhebel werden in Kugellagern geführt.

Die Achsaufhängung habe ich gemäß meinem Standard gebaut.

Die erste nächtliche Probefahrt lief bestens. Kein Vergleich mit der Königsklasse (1:12) Ich bin bereits beim ersten Test auf eigener Achse zurückgekommen.

Selbst das tief liegende Getriebe erwies sich nicht als nachteilig. Nur die Panther-Reifen setzten sich unheimlich schnell zu. Die Reifenfrage wird aber ohnehin noch entschieden werden.

Jetzt fehlt noch die Ansteuerung der Schaltung - der Servo dafür ist bereits unter der Vorderachse eingebaut. Wie der hintere Aufbau werden soll, ist noch nicht entschieden.

Die Lenkhebel werde ich irgendwann einmal durch einen Eigenbau ersetzen, um einen vergrößerten Lenkeinschlag zu ermöglichen.

Letzte Arbeiten werden dann die obligatorischen Abschleppösen, Kennzeichen, ein neuer Lack und die Beschriftung sein.

Nachdem ich eigentlich nicht davon ausgegangen war, dass ich den Blue Devil bis zum 3ten Meisterschaftslauf noch fertig bekommen würde, klappte es dann letztendlich doch noch. Der letzte (zweite) Testlauf lief in der Nacht vor der Meisterschaft. Der dritte Testlauf war die Meisterschaft.

Für die Meisterschaft hatte ich den Blue Devil noch mit den etwas größeren Tamiya-Reifen ausgerüstet.

In der ersten Sektion zeigte sich jedoch, dass die Stoßstange "im Weg" war. Also kurzerhand abgebaut, genau wie die Spiegel.

Nach den Läufen habe ich das Fahrzeug dann wieder in den Urzustand zurückversetzt.

Einer der üblichen Läufe in der Kiesgrube brachte leider einen Absturz mit sich. Eine kleine Unachtsamkeit und es gib 8 Meter in die Tiefe. Die Anzahl der Überschläge konnte ich nicht zählen - so große Zahlen kenn ich nicht.

Letztendlich hat der Blue Devil den Sturz noch einigermaßen gut überstanden. Selbst die neuen "Krawall-Leuchten" waren unversehrt.

 

Die Stoßstange war gebrochen, Fahrerhaus und Kühlergrill ebenfalls. Selbst das Scharnier war verbogen.

Den abgebrochenen Stoßdämpfer habe ich dann erst zuhause bemerkt.

 

Auf jeden Fall hatte es die Fahrtüchtigkeit nicht beeinträchtig - die Optik aber schon.

Inzwischen sind die Blessuren einigermaßen verheilt. An der Vorderachse hatte es übrigens auch noch ein Lenklager zerlegt - nur der Lack wird wohl erst einmal so bleiben müssen. Ich musste mich halt entscheiden: Lack oder Reifen, ich war für Reifen.

 

Thomas hatte mir freundlicherweise 2 Conrad-Reifen aufgeschnitten. Den ausgetrennten Streifen habe ich dann als Spannring benutzt und innen einen Fahrradschlauch über die Naht geklebt - mal sehen, ob es hält.

 

Weil es für diese Reifen natürlich keine Felgen gab, hätte ich entweder die Standardfelgen auch schmaler machen müssen, oder ich musste Felgen selbst drehen. Bei meiner Suche war mir 65er Alu-Rundmaterial über den Weg gelaufen, also entschloss ich mich, die Felgen selbst zu drehen. Auf meiner dafür zu klein dimensionierten Drehbank eine Sch***-Arbeit.

So ungefähr wird der Blue Devil mal aussehen - die hintere Felge ist noch nicht die endgültige Lösung.

...und so sieht er jetzt aus - mal sehen, wie es jetzt mit dem Drehmoment aussieht - das wird die nächste Probefahrt zeigen.

Keinen Tag zu früh ist der Blue Devil messefertig. Zwar nicht lackiert, aber das Reduziergetriebe ist eingebaut und die anderen Teile sind umgebaut. Im Gelände liegt die Vermutung nahe, dass im Stammbaum des Blue Devil einmal eine Gämse gewesen sein muss.

natürlich mal wieder bei Nacht getestet.

Erster Messe-Einsatz im November 2003 in Hamburg: 
Der mäßige Lenkeinschlag war noch etwas hinderlich, aber ansonsten hatte der "Blue Devil" ein echtes Problem damit, das Wort "Hindernis" zu begreifen.

Die Messe machte richtig Spaß auf unserem "kleinen Hügel" in der Ecke - auch wenn wir mit unseren hochbeinigen Gefährten nicht auf den "richtige Parcour" durften. Samstag Nachmittag kam dann das Aus - in meinem Schaltgetriebe war die Abtriebswelle gebrochen. So entstand dann der Begriff: "den Kai machen" (Schrott einpacken, nachhause fahren, schrauben, einsatzfähig wiederkommen). In der Not habe ich eine Abtriebswelle aus Titan gedreht - Sonntag lief er wieder und pflügte den Mutterboden um.

Messe Sinsheim:
Für die Messe in Sinsheim wollte ich unbedingt mehr Lenkeinschlag haben. Da die Lenkkardans von Kyosho unversch*** teuer sind habe ich nach einer Alternative gesucht. Gefunden habe ich die bei den Fröhlichs. Erster Aufbau der Achse mit Messing-Zahnrädern - knackte bereits beim ersten Testlauf (einen halben Tag vor Sinsheim). 

Also wieder frisch ans Werk und eine weitere Version mit Stahlzahnrädern gebaut. Die hielt (in der Werkstatt) ungefähr einen halben Meter - dann war der Kardan ab.

 

Die Belastungen mit Conrad-Reifen und entsprechend kräftigem Motor sind einfach zuviel für derartige Kardans. Diese Erkenntnis hatte im so um 20:00 - 11 Stunden später wollte ich nach Sinsheim starten. :-(

Nachdem der Frust dann ansatzweise gewichen war, habe ich die alte Lenkachse soweit möglich optimiert und wieder eingebaut. Geschlafen habe ich fast nicht. :-)

Sinsheim hat dann eine Menge Spaß gemacht. Die beiden Schwachpunkte des "Blue Devil" (Lenkeinschlag und Bodenfreiheit) haben zwar Punkte gekostet, aber dabei sein war alles.

Wer sich einen kleinen Film anschauen will der klickt hier.

Aus den Schwachstellen des "Blue Devil" kamen die Ideen für den "Red TGA". Bodenfreiheit ohne Ende und ein prima Lenkeinschlag.

Die beiden Kontrahenten zogen dann durchs Gelände. Dass sie sich nichts geschenkt haben, lässt sich anhand der Bilder erahnen. Der Vorwärtsüberschlag des "Blue Devil" blieb nicht ohne Folgen.

Aber Sekundenkleber und Glasperlen - und schon läuft er wieder. Als Zugmaschine macht sich der "Blue Devil" übrigens auch prima.

... es müsste heißen: "Lief er wieder!" Jetzt steht er im Keller mit einer gebrochen Schaltwelle am 3-Gang-Getriebe. Beim Kampf mit dem Gelände hatte sich der Antriebsstrang soweit verwunden, dass die Antriebswelle auseinander rutschte - den Aufschlag hatte die Schaltwelle nicht überstanden. 

Mangels 3mm-Stahl besteht jetzt auch die Schaltwelle aus Titan. Den Aufbau habe ich ein wenig geändert, um die Sollbruchstellen der Konstruktion von Tamiya zu vermeiden.

Der erste Lauf der Norddeutschen Truck-Trial-Meisterschaft verlief ganz erfolgreich: Platz 6
Thomas (Dornier) mit seinem Kramer auf Platz 4 und ich waren die beiden einzigen Teilnehmer ohne Allradlenker auf den ersten 6 Plätzen. Mit meiner immer noch nicht optimierten Lenkung war keine bessere Platzierung möglich.

Deshalb habe ich einmal mit einer Vorderachsaufhängung auf Basis von Blattfedern experimentiert.

Die Konstruktion befindet sich noch im Experimentier-Stadium. Die Aufhängung der Blattfedern muss noch etwas korrigiert werden, damit der Lenkeinschlag der Räder nicht begrenzt wird. Ferner muss der Lenkservo noch anders angeordnet werden. Der Mittelpunkt des Lenkhebels muss unbedingt in der Achsmitte liegen, um eine beidseitige Anlenkung zu ermöglichen. Nur so werde ich den maximalen Lenkeinschlag erzielen können.

Angeregt durch die Vorderachse von Arnd's Faun habe ich den Lenkservo auf die Achse gesetzt und durch den Aufbau mit den Messingröhrchen jetzt den maximalen Platz für den Lenkeinschlag.

Mit dieser Lenkung hat sich der Blue Devil dann ganz gut in Vechta geschlagen. Am Ende der Veranstaltung wollten es dann einige ganz Verwegene wissen und haben einen Steinhaufen so richtig unter die Räder genommen - da konnte der Blue Devil nicht fehlen.

Nach diesem und einigen weiteren Kraftakten war es dann soweit - das Tamiya-Schaltgetriebe hatte seinen ersten Karies

Nach einem Jahr härtestem Trialeinsatz ist das wohl auf jeden Fall akzeptabel! Die Hinterachse hatte sich beim Kräftemessen verkantet und da war ich wohl nicht schnell genug vom Gas.

Bisherige Bilanz:

bulletVerlängerung der Abtriebswelle abgeschert - durch Komplettwelle aus Titan ersetzt
bulletSchaltwelle durch Antriebskardan abgeschlagen - ebenfalls durch Titanwelle ersetzt
bulletZahnrad der ersten Gangs auf der Abtriebswelle verschlissen - durch Neuteil ersetzt

Alles in allem hat das Getriebe bisher sehr gut gehalten - vor allem, wenn man bedenkt, dass es doch eigentlich nur ein Versuchträger war. Einziges Manko ist die lange Bauform, die durch die zwangsweise sehr kurzen Kardanwellen die Bodenfreiheit begrenzt.

Um die Kippneigung zu verringern habe ich die Aufhängung der Vorderachse noch weiter optimiert. Jetzt kann ich auch vorne die Reifen mit voller Breite fahren.

Im September 2004 hatt Martin dann alle Trialeros nach Hannover zum 3ten Lauf der Meisterschaft gelockt.

Fahrten im Bach und dann bergauf

bei der Bereifung kein Problem! Auch die Strecke auf den Hölzchen war dank hervorragender Traktion ein Kinderspiel.

Was gibt es schöneres - als ein Getriebe, in dem die Kunststoffteile nicht altersschwach werden? ;-((( Das ärgerliche war, dass ich ein komplettes Innenleben für Tamiya-Getriebe zuhause liegen hatte - da lag natürlich alles gut geschützt. Alle Versuche, das Getriebe notdürftig zu flicken, scheiterten: Ein Mitnehmerscheibe rutschte auf dem Sechskant über. 

Schade, denn der Parcour war wie für den Blue Devil gemacht, aber der Totalausfall in der zweiten Runde begrub alle Hoffnungen. Na ja, man kann dann halt als Wertungsrichter helfen.

Noch ärgerlicher wäre aber gewesen, wenn ich das Tamiya-Tütchen dabei gehabt hätte. Von den 3 unterschiedlichen Mitnehmerscheiben fand in zuhause von der einen Sorte 2 und von der zweiten Sorte eins - nur die Sorte, die ich brauchte, war nicht dabei! Packfehler beim Hersteller - klasse!

Also die Fräse angeschmissen und auf dem Teilapparat eine Mitnehmerscheibe umgebaut. Ich hatte allerdings nur eine Mitnehmerscheibe ausgewechselt, was sich bitter rächte. Im Oktober 2004 beim Forumstreffen gab nämlich die nächste Mitnehmerscheibe den Geist auf. Glücklicherweise hatte ich unmittelbar zuvor eine ganze Tüte Getriebeteile gekauft und das benötigte Ersatzteil war dabei - so war das Problem schnell wieder vergessen und der Blue Devil zeigte sich von seiner "besten" Seite und nahm wort-wörtlich alles unter die Räder, was nicht rechtzeitig auf die Bäume kam. Der Hummer bewegte sich jedenfalls nicht mehr, solange der Blue Devil auf ihm stand ;-)))

In November im Glashaus zum 4ten Lauf der Meisterschaft hatte diesmal die IGMTT den Parcour aufgebaut. Ein klasse Parcour, allerdings teilweise etwas enger - kein Terrain für den Blue Devil - aber Spaß gemacht hat es trotzdem!

Ende November konnte der Blue Devil sich dann in den Hamburger Messehallen mal wieder so richtig austoben. Dazu gehörte natürlich auch, am rutschigen Hang oberhalb des Teiches zu fahren. Nachdem schon einige Trialeros im Teich gesessen hatten, nahm die die schützende Hand von Thorsten gerne an.

Auf der Messe waren die Robbe-Federn an der Vorderachsen bereits weich geworden. Deshalb hatte ich sie durch die baugleichen Wedico-Federn ersetzt. Diese haben dann immerhin bis zum Januar 2005 gehalten - dabei bin ich fast nie gefahren.

Aus Restbeständen hat der Blue Devil jetzt noch einmal Ersatzfedern der gleichen Bauart bekommen - wenn ich allerdings mal ein wenig Zeit habe, dann kommen dort auch Tamiya-Federn zum Einsatz.

Aus aktuellem Anlass einmal eine Bestandsaufnahme zum aktuellen Stand (Mai 2006) Der Truck braucht eine Grundüberholung. Der Antriebskardan zur Vorderachse ist lose und das Getriebe muss auch einmal auf Funktion überprüft werden. Und dann vielleicht noch einmal ein neuer Lack?

 

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Stand:08. April 2007